Sonntag, 2. August 2009

FSV Frankfurt - Borussia M'Gladbach 1:2

Hmm. Also irgendwie war das alles ganz merkwürdig. Es war ja der erste Besuch im neuen Stadion. Auf den ersten Blick machte alles einen ziemlich guten Eindruck. Ordentlicher Andrang vor den Toren, Sonnenschein, wehende FSV-Fahnen und ein Stadion, dass in seiner Bauart zumindest von außen recht interessant anmutet und nicht dem mittlerweile allerorten bekannten Baukastenprinzip entspricht. Interessant auch das Eingangsprinzip, dass man nämlich nicht erst Zugang zu einem abgesperrten Terrain erhält, auf dem sich dann das Stadion befindet, sondern der Eintritt erfolgt direkt ins Stadion. Der Stadionvorplatz ist allen offen. Das hatte ich in der Form noch nie gesehen. Irgendwie sah das alles aus, als wäre man gar nicht in Deutschland. Was ja nicht schlecht sein muss....

Erstmal wurde der neue Fanshop besucht und der längst überfällige Schal gekauft und dann also rein ins Stadion, zu den Stehplätzen. Und jetzt wurde es etwas merkwürdig. Haupttribüne sehr nett, auch eine hübsche Gegentribüne, aber was sind das für Stehplätze? Immerhin ausgewiesener Sammelplatz der Stimmungsmacher. Die Stehplätze bestehen, nicht überraschend, aus noch glänzenden Betonstufen, an die sich eine interessante Terrassenkonstruktion anschliesst: hinter der obersten Stufe ist nämlich nicht Schluss, sondern es geht noch gute 5-6 Meter weiter nach hinten. Auf dieser Terrasse befinden sich sogar Getränke- und Wurstbuden und man kann von hier sowohl das Spiel verfolgen als auch auf den Stadionvorplatz spucken. Das ist zwar alles ganz interessant aber schon vor Anpfiff waren wir skeptisch, wie hier Stimmung aufkommen soll. Im Spiel bestätigte sich die Befürchtung. Insgesamt wurde hier viel zu sehr in die Breite gebaut, alles verläuft sich. Es gibt kein Dach, keine Wand, nichts, was irgendwie den Schall aufs Spielfeld lenken könnte. Und man darf nicht davon ausgehen, dass die weiteren Zweitligaspiele ähnlich gut besucht werden wie das Pokalspiel gegen Gladbach. Obwohl das Stadion nahezu ausverkauft war, gab es überhaupt keine Stimmung. Dies hatte sicher mehrere Gründe. Sicher waren einige da, die sich einfach mal das Stadion und einen Bundesligisten ansehen wollten. Zweitens konnte sich der (offenbar neue) Vorsinger auf dem Zaun zu keiner Zeit Gehör verschaffen. Wie auch, drehte er doch den Fans die meiste Zeit den Rücken zu und verfolgte das Spiel. Wenn doch mal irgendein Lied angestimmt wurde, dann gab es überhaupt keine Akustik und beim zweiten Durchgang macht schon fast keiner mehr mit, alles ebbte sofort wieder ab. Außerdem gab es im Block mindestens zwei Gruppierungen, die durch einen Treppenaufgang getrennt waren und sich beim Anstimmen von Gesängen nur selten abstimmen, bzw. ergänzen konnten. Das war leider wirklich eine große Enttäuschung. Es war weniger los als bei 2000 Fans letzte Saison in der Commerzbank-Arena. Unmut machte sich auch bei den umstehenden Supporters breit. Die mitgereisten Gladbacher (wie man an den beiden Torjubeln erkennen konnte war das ungefähr das halbe Stadion) machten hingegen ordentlich Lärm.

Der Spielverlauf erlaubte es ihnen ja auch: ein glückliches Tor zum 1:0 nach einer halben Stunde, die dumme rote Karte für Simac und ein ordentlich vorgetragener Angriff nach ca. 60 Minuten zum 2:0 reichten aus, um das Spiel zu entscheiden. Der Anschlusstreffer vom mal wieder viel zu spät eingewechselten Ross sorgte noch mal für Hoffnung, aber leider kam nichts mehr vom FSV. Man kann nur hoffen, dass in der Liga das Stimmungsproblem irgendwie gelöst wird. Die Gladbacher haben vorgemacht, dass man auch ohne Dach und ohne Wand laut sein kann. Aber dafür muss man sich eben etwas einfallen lassen.

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