Sonntag, 13. September 2009

FSV Frankfurt - FC St. Pauli 2:3 (2:1)

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Heimspiele gegen den FC St. Pauli sind etwas besonderes. Jedenfalls seit letztem Jahr. Fast auf den Tag genau vor 9 Monaten ereignete sich der denkwürdige 1:0 Erfolg im Frankfurter Stadtwald, der die Modefanherzen erstmals tatsächlich für den FSV Frankfurt erwärmen konnte. Seitdem ist die Beziehung jedoch merklich abgekühlt. Die letzten Wochen ließen gar ein frostiges Verhältnis erkennen. So hätte es wohl kaum ein besseres Spiel als Heimspielauftakt in die Spielzeit 09/10 geben können als die erste Neuauflage des Paulispiels.

Jedoch, der FSV tat zunächst viel um das Auftauen alter Sympathien zu verhindert. Nicht nur, dass man sich zunächst Ewigkeiten an den Kassenhäusen anstellen musste ehe man endlich eine Karte für den Stehbereich, das natürlich Zuhause des Modefans, ergattern konnte, mit dem ersten Blick auf das neue, unbekannte Grün am Hang musste man zudem auch noch den 1:0 Führungstreffer der St. Paulianer ansehen. Was war denn da los? Hatte man tatsächlich gerade 7 Euro für "Oral raus!" Rufe gezahlt? Nun, man hätte sich darüber wohl nicht wundern müssen. Da Fußball allerdings ein kurzlebiges Geschäft ist und zudem ein Sport ist, indem bekanntlich alles möglich ist, dauerte es keine drei Minute ehe es den ersten Torerfolg und somit den Ausgleich zu bejubeln gab. Sollte sich Geschichte tatsächlich wiederholen? Die Rettung, der Klassenerhalt seinen Anfang erneut gegen St. Pauli nehmen? Das 2:1 nach 16 Minuten ließ genau das vermuten. Die Mannschaft kämpfte, zeigte Biss, wollte einiges wieder gut machen und die Herzen der Modefans zurückgewinnen. Ganz sicher. Und sie hat das Potenzial. Coulibaly wirkt eauf dem Feld etwa so hoch wie breit, Gledson hat die Austrahlung eines betrunkenen brasilianischen Holzfällers und Pekka Lagerblom ist offenbar so blond, das der Trainer in nach 8 Minuten vorsichtshalber wieder vom Feld holt.

Doch schon die zweite Halbzeit offenbarte das ganze Repertoire an Defiziten, die diese Mannschaft in diesem Jahr zu bieten hat. Moktharis Einwechslung wurde mit den Worten "Der hat doch eh kein Bock mehr" kommentiert. Der Capo organisierte Ultra-Tanzeinlagen, während hinter ihm der Abstiegskampf pulsierte und ehe die Gegengerade der Aufforderung doch bitte aufzustehen, wenn sie für Bornheim wären nachkam vergingen unzählige nervernzehrende Minuten. Auf dem Feld überwog Ideenlosigkeit und Tristess und als dann auch noch binnen weniger Minuten die 2:1 Führung in einen 2:3 Rückstand umgewandelt wurde wird deutlich, dass diese Mannschaft noch einen weiten und steinigen Weg vor sich haben wird.

Dennoch, im Vorfeld war mit einer derben Heimklatsche gegen die Hamburger zu rechnen gewesen. Am Ende sah man zumindestens für 60 Minuten wir der Sieger aus. Obgleich man am Ende mit leeren Händen da stand und sich Fragen musste, ob diese Mannschaft jemals dreifach Punkten wird, überwog das Gefühl in den kommenden Wintermonaten noch einige legendäre Spiele am Hang erleben zu dürfen. Oder vielleicht gerade deswegen...?

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